Ausflug von TCL-Mitgliedern zum Raum der Stille und zur Schadow-Gesellschaft e.V.

Ausflug von TCL-Mitgliedern zum Raum der Stille und zur Schadow-Gesellschaft e.V.
Ausflug von TCL-Mitgliedern zum Raum der Stille und zur Schadow-Gesellschaft e.V.
Ausflug von TCL-Mitgliedern zum Raum der Stille und zur Schadow-Gesellschaft e.V.
Ausflug von TCL-Mitgliedern zum Raum der Stille und zur Schadow-Gesellschaft e.V.

Am 27.9.2016 um 9.45 Uhr trafen sich acht TCLer(innen) am S-Bahnhof Lichtenrade, um unter der Führung von Jochen Lehmann den Raum der Stille kennenzulernen.
Schon mal etwas davon gehört? Es gibt sogar einen Förderkreis für diesen Raum.
Wo ist denn nun dieser Raum? Dort wo das Gewusel in Berlin am größten ist, wo sich alle Menschen treffen, wenn sie in unserer Stadt weilen, dort wo unzählige Sprachen und Dialekte zu hören sind, dort wo die Berliner im November 1989 am lautesten riefen: “Macht das Tor auf!“.

Dieser Raum der Stille befindet sich im nördlichen Torhaus des Brandenburger Tores, unmittelbar neben dem Max-Liebermann-Haus. Da Jochen Mitglied des Förderkreises und ehrenamtlicher Mitarbeiter ist, konnten wir vor der offiziellen Öffnung die Räumlichkeiten besichtigen. Jochen und Herr Gehrmann gaben uns eine kurze Einführung. Im UN Gebäude in New York gibt es einen Meditationsraum, in dem Mitglieder aller Nationen, Rassen und Religionen in Ruhe zu sich selbst finden können…ein Ort des Weltfriedens.

Solch einen Raum mit dieser Zielsetzung schuf man 1994 unter der Schirmherrschaft von Frau Dr. Hanna-Renate Laurien auch in Berlin. Im Vorraum befindet sich eine Wandmalerei, auf der in allen Sprachen der Welt das Wort Frieden geschrieben steht. Auch das Gebet der Vereinten Nationen ist hier auf einer Wand zu lesen. Alle Besucher finden es in ihrer Sprache auf einem Flyer wieder. Dieses Gebet ist jedoch etwas umstritten, da es mit den Worten Herr unserer Erde… beginnt und sich somit einige Religionen nicht angesprochen fühlen. Der eigentliche Raum ist etwas abgedunkelt, Stühle stehen an drei Wänden und der einzige Schmuck ist an der Stirnseite ein großer brauner Wandteppich einer ungarischen Künstlerin Licht, das die Dunkelheit durchdringt. Unter diesem Teppich liegt ein großer Stein. Die Stille in diesem Raum wirkt auf die Menschen unterschiedlich.

Je nach Gemütsverfassung findet man Ruhe in sich selbst, während andere diese Ruhe nicht lange ertragen können. Auch jeder von uns machte eine unterschiedliche Erfahrung. Die Beschreibung klingt vielleicht etwas banal, aber sucht diesen Raum einmal auf (kostenlos). Nach einer Tour mit auswärtigen Freunden kann diese Stille erholsam wirken.

Dies war noch nicht genug Kultur. Durch seine berufliche und ehrenamtliche Tätigkeit ist Jochen auch mit dem Geschäftsführer der Schadow Gesellschaft Herrn Gehrmann (den auch Heino durch seine berufliche Tätigkeit kennt) und seiner Frau bekannt. Sie führten uns in das letzte klassizistische Künstlerhaus im Zentrum Berlins das Schadow Haus in der Schadowstraße 10/11.

Es ist das ehemalige Wohnhaus, der Verkaufsraum und das Atelier des Berliner Bildhauers Johann Gottfried Schadow (1764 – 1850). Er ist der Schöpfer der Quadriga auf dem Brandenburger Tor. Heute gehört das Haus dem Bundestag und ist nicht öffentlich zugänglich. In dem kleinen Büro der Schadow Gesellschaft bekamen wir einen kurzen Abriss über die weitreichende und engagierte Arbeit dieser Gesellschaft. Anschließend wurden wir von dem Leiter des Kunstbeirates des Deutschen Bundestag durch die restaurierten Räume und über den Hof mit seinem Maulbeerbaum geführt. In diesem Haus hat auch der ehemalige Bundestagspräsident Thierse seine Büroräume. Da er im Hause war, konnten wir die im Treppenhaus vor seinem Büro angebrachten sehenswerten Wandfriese leider nicht besichtigen.
Zum Abschluss tranken wir noch einen Kaffee vor dem Adlon und stellten gemeinsam fest: so etwas müsste man öfter machen.
Danke Jochen!

Bärbel Engfer

Fotos: Engfer / Henke